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Zucker & Süßstoffe: Sind raffinierter Zucker und Zuckerersatzstoffe wirklich so schlimm?

Geht man heutzutage in den Supermarkt und inspiziert die Inhaltsstoffe der ein oder anderen Ware, so findet man manch enthaltenen Stoff, mit dem auch die Verkäufer in den jeweiligen Läden nichts anfangen können. Stoffe wie Aspartam, Saccharose, Acesulfam oder Sucralose sind durchaus keine Seltenheit und scheinen dem herkömmlichen Zucker immer mehr den Rang abzulaufen.

Aber was genau sind eigentlich diese Süßstoffe? Woraus bestehen sie und wie können sie genauso süß, wenn nicht sogar süßer schmecken als Zucker? Ein Süßstoff ist eine chemisch produzierte Substanz, die in ihrer Struktur und Form so beschaffen sein muss, dass sie, genau wie Zucker, an die menschlichen Geschmacksrezeptoren andocken kann. Auf diese Weise wird uns der Reiz vermittelt, wir hätten gerade etwas Süßes gegessen.

Grundsätzlich dienen diese chemischen Substanzen als Zuckerersatzstoff. Aber warum genau wird der Zucker so verteufelt? Was macht ihn so schlecht?

Die Antwort liegt im Detail: Zucker ist die einfachste Form des Kohlenhydrats. Ein Gramm Zucker weist eine Kaloriendichte von 4 auf und lässt sich in unzähligen Lebensmitteln finden. Dies sind beispielsweise Säfte, Süßigkeiten, Backwaren, Soßen, Softgetränke, ja sogar in Wurst und Fleisch befindet sich Zucker. Er ist hauptverantwortlich für die Erhöhung des bundesweiten BMI-Wertes. In Kombination mit Transfettsäuren, die allgemein bekannt als schlechte und ungesunde Fette deklariert werden, gelten sie nachweislich als Dickmacher. Weitere negative Aspekte hinsichtlich des Zuckerkonsums sind unter anderem die Tatsache, das Krebspatienten oftmals empfohlen wird, ihren Zuckerkonsum so weit es geht gen Null laufen zu lassen, da sich die Krebszellen hauptsächlich von Glukose, also Einfachzucker, ernähren. Des Weiteren beeinflusst er die Mundflora negativ, da Zucker den Grundstein für Karies legt.

Und hier liegt der scheinbar unschlagbare Vorteil der Süßstoffe: Durch ihre speziell angelegte chemische Struktur weisen sie keinerlei Kalorien auf. Dies hat unter anderem auch den Vorteil, dass sie den im Mund lebenden Bakterien wie der Karies keine Grundlage für ihre Existenz bieten. Es scheint, als hätten Süßstoffe den mit herkömmlichen Zucker gesüßten Lebensmitteln nun vollends den Rang abgelaufen.

Aufgrund dieser Tatsache finden sich zahlreiche Süßstoffe auch in Lebensmitteln, die als "Diätlebensmittel" betitelt und so vermarktet werden. Besonders in Softgetränken wie Cola, Fanta oder Sprite sind derartige Stoffe zu finden. So trumpft die normale Version der Coca-Cola mit einer Menge von 10,6 Gramm Zucker pro 100 Milliliter auf. Die Zero-Version hingegen beinhaltet keinerlei Zucker sondern den Ersatzstoff Aspartam.

Scheint ja alles fast zu schön um wahr zu sein, nicht wahr?

Wie so oft im Leben gibt es allerdings auch hier ein paar Haken. Süßstoffe, insbesondere Aspartam stehen derweil arg in Verruf. Besonders Aspartam soll krebserregend sein. Zudem beeinflussen Zuckerersatzstoffe die körpereigene Darmflora. Mikroorganismen in allen Bereichen des Darmtraktes leiden durch die Aufnahme derartiger Stoffe und verlieren bei starkem Konsum ihre Wirksamkeit. Werden aufgenommene Lebensmittel nicht mehr ordnungsgemäß verstoffwechselt, können sich ernsthafte Probleme ergeben.

Im Magen- und Darmtrakt wird die Nahrung vollends zerlegt. Alle Inhaltsstoffe gelangen über die Darmschleimhäute und den Magentrakt in den Blutkreislauf. Ist dies nicht mehr der Fall, entstehen zwangsläufig erhebliche Mängel in Bezug auf Vitamine, Spurenelemente und andere wichtige Mikronährstoffe, die der menschliche Körper zum Leben benötigt.

Darüber hinaus ist der Körper nicht in der Lage, zwischen normalem Zucker und Süßstoffkonsum zu unterscheiden. Während der Nahrungsaufnahme beginnt der Körper, die aufgenommenen Lebensmittel mithilfe von im Speichel enthaltenden Enzymen zu verarbeiten und in körpereigene Stoffe wie Glukose zu zerlegen. Dabei werden dem Gehirn mittels Geschmacksrezeptoren Signale gesendet, die das Lebensmittel "klassifizieren". Infolge dieses Prozesses produziert der Körper eine bestimmte Menge Insulin. Das tut er auch, wenn es sich gar nicht um Zucker, sondern um einen Süßstoff handelt.

Der Insulinspiegel fällt wieder ziemlich rasant und sorgt für ein enormes Hungergefühl. Die Folge ist eine Heißhungerattacke, die die meisten Menschen zum Essen verleitet.

Daraus lässt sich der Mythos "Diätlebensmittel" relativ einfach beheben. Es geht sogar soweit, dass sie als "Anti-Diätlebensmittel" klassifiziert werden müssten, da sie eine sehr starke Süßkraft aufweisen (bis zu 3000 mal stärker als Zucker), die der Körper kaum verarbeiten kann. So ist es also möglich, auch durch drastischen Süßstoffkonsum an Diabetes zu erkranken.

Ein weiterer Mythos behandelt die unterschiedlichen Zuckersorten. Brauner Zucker sei deutlich gesünder als der herkömmlich raffinierte Zucker, der sich in den meisten Lebensmitteln befindet. Dem ist leider nicht so. Brauner Zucker weist lediglich einen höheren Anteil an verschiedenen Mineralien auf, die ebenfalls enthalten sind. Diese besagte Menge an Mineralien ist allerdings so verschwindend gering, dass sie dem menschlichen Körper so gut wie gar nicht auffällt.


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