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Psoriasis: Was tun bei Schuppenflechte?

Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronische Haut- und Gelenkkrankheit, die sich durch entzündliche Schuppungen der Haut kennzeichnet. Sie ist erblich bedingt, aber nicht ansteckend und wird durch Stress, Medikamente, Infekte oder Verletzungen der Haut ausgelöst. Psoriasis geht mit Symptomen wie Juckreiz, entzündlich geröteter Haut und den namensgebenden Schuppenflechten einher. Daneben können Schuppenflechte selten auch Blutungen oder sogar Vernarbungen hervorrufen. Problematisch ist dabei vor allem das Aufkratzen der Schuppenflechte. Das Leiden, welches bereits seit dem Altertum existiert, stellt für die Betroffenen eine große Belastung dar. Durch die sichtbaren Hautmale fühlen sie sich stigmatisiert und diskriminiert. Isolation und psychische Beschwerden wie Depressionen sind häufig die Folge.

Schuppenflechte hat einige charakteristische Anzeichen:
  • silbrig glänzende, oft trockene Schuppung
  • scharf, mit einem rötlichen Saum begrenzte Areale
  • blasse Bereiche rund um den Randsaum
  • rote Flecken.

Die Schuppen sitzen in der Anfangsphase fest auf der Haut, können aber leicht abgelöst werden. Darunter befindet sich ein roter Fleck und ein dünnes Häutchen, welches ebenfalls abgelöst werden kann. Beim Ablösen von Schuppe und Haut kommt es oft zu einer punktförmigen Blutung, das „blutige Tau“, welches die Grenze zur Bindegewebsschicht darstellt. Lässt sich das blutige Tau ablösen, deutet dies eindeutig auf eine Schuppenflechte hin.

Verlauf der Erkrankung

Schuppenflechte kann in allen Altersgruppen auftreten. Am weitesten verbreitet ist sie bei Erwachsenen, unter denen über drei Prozent von der Erkrankung betroffen sind. Unter den Jugendlichen tritt sie mit einem Prozent deutlich seltener auf, gehört aber ebenfalls zu den häufigsten chronischen Hautkrankheiten.

Das Leiden tritt meist erstmalig während der Pubertät oder später zwischen den 40. und 50. Lebensjahr auf und kann unterschiedliche Verläufe nehmen. Oft tritt es nur einmalig auf, in anderen Fällen kommt es im Verlauf des Lebens zu wiederholten Ausbrüchen. Der Hautzustand verschlechtert sich dabei vor allem im Herbst und Frühjahr. Ein Viertel aller Betroffenen kann eine spontane Abheilung der Hauterscheinungen beobachten. Eine vollständige Heilung der Psoriasis ist bis dato nicht möglich. Ziel der Behandlung ist es, die Symptome möglichst einzudämmen und den Betroffenen ein belastungsfreies Leben zu ermöglichen.

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Ausprägungen der Schuppenflechte, darunter Psoriasus geographica, die sich durch großflächige Schuppenherde äußert oder die Psoriasis punctata, die kleine Schuppenflechte am Rumpf des Körpers zur Folge hat. Weitere Formen sind:

  • Psoriasis pustulosa: Schuppenflechte mit eitrigen Papeln
  • Psoriasis vulgaris: großflächige Schuppenflechte mit silbernen Schuppen
  • Psoriasis palmaris et plantaris: Schuppenflechte auf der Innenseite der Hände.

Was tun bei Schuppenflechte?

Schuppenflechte sind in der Regel unproblematisch. Sie lassen sich mit einfachen Mitteln zumindest reduzieren. Die wirksame Maßnahme besteht in einer guten Pflege der betroffenen Hautstellen. Mediziner empfehlen die Anwendung medizinischer Pflegeprodukte. Die Apotheke bietet Salben mit Salizylsäure, welche auf die betroffenen Bereiche aufgetragen wird.

Biologika sind ebenfalls wirksam, indem sie die Entzündungsprozesse im Körper hemmen. Ähnlich wirksam sind Produkte mit Natron. Sie werden nach dem Duschen auf die feuchte Haut aufgetragen und anschließend wieder abgespült.

Bei schweren Krankheitsverläufen kommen rezeptpflichtige Medikamente zum Einsatz. Möglich ist die Verwendung von Vitamin-A-Abkömmlingen bzw. Retinoiden, die etwa mit UV-Licht und anderen äußerlichen Methoden kombiniert werden. Die Wirkstoffe nehmen Einfluss auf das Zellwachstum und wirken antientzündlich.

Die Anwendung einer Immunsuppressiva-Therapie ist eine weitere Alternative, etwa mit Ciclosporin oder Fumarsäureester. Auch dadurch werden die Entzündungsvorgänge im Körper blockiert. Photo- und Klima-Therapien sind ein wirksames Mittel bei Schuppenflechte. Häufig werden etwa Wasser-Bäder mit hohem Salzgehalt sowie Anwendungen unter UV-Licht durchgeführt.

Schuppenflechte vorbeugen

Vorbeugen lässt sich Psoriasis durch einen gesunden Lebensstil. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßiger Sport und der Verzicht auf ungesunde Genussmittel dämmen die Gefahr eines Ausbruchs ein. Raucher sollten einen Rauchstopp in Erwägung ziehen, da laut Medizinern für Nichtraucher ein dreimal so hohes Risiko besteht, eine Schuppenflechte zu bekommen. Spezielle Psoriasis-Diäten helfen ebenfalls. So sollte auf Speisen verzichtet werden, die reich an Linolsäure oder Gamma-Linolensäure sind. Gesünder sind Lebensmittel, die reich an Vitamin D, Fischöl und Zink sind.

Daneben gilt es, mögliche Trigger zu vermeiden, vor allem Stress und bestimmte Medikamente. Wie bei anderen Erkrankungen, muss auch bei Schuppenflechte die Ursache ermittelt werden. Zwar ist das Leiden erblich bedingt, dennoch können erwähnte Trigger in vielen Fällen vermieden werden. Die betroffenen Hautstellen sollten geschont werden. Reize wie heiße oder kalte Duschen können die Schuppenflechte verstärken. Sonnenlicht kann zur Genesung der Haut beitragen. Die Strahlung lindert Entzündungen, weshalb Betroffene viel Zeit in der Sonne verbringen sollten.

Wann ein Arztbesuch notwendig ist

Psoriasis ist zwar nicht lebensbedrohlich, kann die Lebensqualität der Betroffenen jedoch erheblich einschränken. Wenn die genannten Maßnahmen keine Besserung bringen, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Geeignete Ansprechpartner sind Allgemeinmediziner, Rheumatologen oder Internisten. Daneben werden oft Ergotherapeuten und Masseure in die Psoriasis-Behandlung involviert. Der Arzt kann den Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe herstellen. Weitere Anlaufstellen sind der Psoriasis Bund e. V. und spezialisierte Psoriasis-Foren im Internet.


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