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Traditionelle Chinesische Medizin

Traditionelle Chinesische Medizin blickt auf eine lange Geschichte zurück. Selbst Historiker tappen bei der Frage im Dunklen, wann genau sie zum ersten Mal angewendet wurde. Manche vermuten die Ursprünge vor 2.000 Jahre, andere wiederum sprechen von einem noch längeren Zeitraum. Gesichert ist dass die ersten Aufzeichnungen der fernöstlichen Heilmethode aus dem 2. Jahrhundert v. Chr stammen. Damals wurde das Shang Han Lun, eine der ältesten medizinischen Abhandlungen überhaupt geschrieben. Kein Wunder, das Autor Zhan Zhong auch als Chinesischer Hippokrates bekannt ist.

Er beschreibt mehr als 300 Rezepturen der Kräutermedizin und gilt als Basiswerk Traditioneller Chinesischer Medizin. Im selben Jahrhundert wurde auch die Akupunktur zum ersten Mal erwähnt. Sima Qian, ein Historiker und Schriftsteller, beschrieb die Behandlungsmethode mit Steinnadeln. Auch in dem Werk „Innerer Klassiker des Gelben Kaisers“ werden verschiedene Techniken, Anwendungsgebiete und 160 Akupunkturpunkte beschrieben. Ein genaues Datum ist zum Standardwerk „Der Systematische Aku-Moxi-Klassiker“ bekannt. Er wurde von Huangfu Mi verfasst, der von 215 bis 285 lebte. Mit den europäischen Eroberern gelangten schließlich erste Informationen über TCM und Akupunktur in den Westen. Jesuiten aus Portugal zum Beispiel beschrieben in Briefen aus Japan die Nadeltherapie.

Ärzte der Ostindien-Kompanie beschrieben ebenfalls die erfolgreiche Therapie bei verschiedenen Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Koliken, Kopfschmerzen und anderen Indikationen. Zwar wussten einige Mediziner in Europa über die fernöstlichen Praktiken Bescheid, sie weigerten sich jedoch bis in das 19. Jahrhundert diese anzuwenden. Erst im Frühjahr 1810 probierte der französische Landarzt Louis Berlioz in La Cote-Saint-André Akupunktur erstmals aus. Laut Überlieferungen war seine erste Patientin eine Frau, die an durch Angstzustände ausgelöstem Fieber litt. Ihr Zustand besserte sich laufend, geheilt wurde sie jedoch erst als durch Zufall eine Nadel für längere Zeit im Körper verblieb.

Die weitere Verbreitung verdankt die Akupunktur unter anderem Isaac Titsingh, der während seines Aufenthalts in der Ostindien-Kompanie TCP kennenlernte und chinesische und japanische Werke zu diesem Thema übersetzte. In Deutschland brachte Johann Wilhelm von Wiebel von einer Frankreichreise mit König Friedrich Wilhelm IV Kenntnisse über Akupunktur mit. Seit 2019 ist die TCM von der Weltgesundheitsorganisation als vollwertige Therapiemethode anerkannt.

Die Grundlagen der TCM

Die traditionelle chinesische Medizin betrachtet den Körper nicht gesondert, sondern immer in Zusammenhang mit der Seele und der Umwelt. Somit handelt es sich um eine ganzheitliche Therapieform. Einer der Grundbegriffe der TCM ist Qi: Das Wort wie es oft passiert als Energie zu bezeichnen wird ihm nicht gerecht. Die genaue Übersetzung bedeutet „Dampf über dem Reistopf“. Damit wird schon symbolisiert dass Qi sämtliche Aggregatszustände umfasst und für unzählige Prozesse im Organismus zuständig ist. Ein weiterer wichtiger Begriff aus der TCM sind Yin und Yang. Fast jedem ist das runde, schwarz-weiße Symbol ein Begriff. Yin und Yang beschreiben jedoch nicht nur einen Kontrast, sondern auch eine Ergänzung. In das Ying fallen unter anderem der Mond, die Nacht, die Weiblichkeit und die Kälte. Yang bezieht sich auf das Männliche, die Wärme und Sonne und den Tag. Einen Einfluss auf den menschlichen Körper haben laut TCM außerdem die fünf Elemente Wasser, Feuer, Holz, Erde und Metall. Ähnlich wie Ying und Yan ergänzen sie sich und sollten im Idealfall im Gleichgewicht stehen. Ein Mangel verursacht psychische und körperliche Probleme. Mit Hilfe von Kräutern, Akupunktur und anderen Methode wird die Balance wieder hergestellt.

Die Akupunktur als Heilmittel bei verschiedenen Beschwerden

Die Akupunktur gilt als eine der Eckpfeiler der TCM. Sie basiert auf der Annahme, dass den Körper Meridiane durchziehen. Durch sie fließt die Körperenergie. Liegen Blockaden im System vor, kommt es zu gesundheitlichen Beschwerden. Kleine Nadeln oder Laserlicht lassen die Energie wieder ungehindert fließen. In China haben die Akupunkturpunkte bestimmte Namen, in der westlichen Welt kennzeichnen sie Nummern. Oft kommt es bei der Akupunktur zunächst zu einem unangenehmen Gefühl, da der Punkt gereizt wird. Akupunktur wird bei ganz unterschiedlichen Symptomen eingesetzt. Kopf- und Rückenschmerzen, grippale Infekte, Gelenkserkrankungen, Allergien und Störungen im Magen- Darmtrakt sind nur einige davon. Auf psychischer Ebene wird sie unter anderem bei Depressionen, Unruhe und Schlafstörungen eingesetzt. Auch in der Geburtsvorbereitung hat sich die Methode mittlerweile etabliert. Während einer Sitzung wird durch den Einstich ein Reiz über das Nervensystem in Gehirn und Rückenmark abgegeben. Im Großhirn, wo das Schmerzzentrum sitzt, wird das Signal zur Linderung der Beschwerden ausgegeben. Außerdem regt Akupunktur die Durchblutung an und beeinflusst die Muskelspannung positiv. Richtig angewendet kommt es bei Akupunktur zu keinerlei Nebenwirkungen.


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