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#AlarmstufeRot - Flammendes Zeichen für untergehende Veranstaltungswirtschaft

Trotz Sonderprogramm weiterhin keine Hilfe für Veranstaltungswirtschaft: Die Debatte am 30. Oktober im Bundestag hat der vergessenen Branche genauso wenig geholfen, wie das Sonderprogramm der Regierung für den November-Lockdown.

Der Deutsche Bundestag hat am 30.10. zur pandemiebedingten Lage in der deutschen Veranstaltungswirtschaft debattiert. Die Regierung hat ein Sonderprogramm aufgesetzt, das unmittelbar nach der Demonstration von #AlarmstufeRot am Mittwochabend kommuniziert wurde. Beides ist dennoch kein Grund zur Freude für die Menschen in der deutschen Veranstaltungswirtschaft.

Mittelbare Dienstleister gehenleer aus

Eine immense Schwachstelle des Sonderprogramms ist, dass mittelbar betroffene Dienstleister nicht berücksichtigt werden. Massen an Soloselbständigen, Einzelunternehmern und mittelständischen Unternehmen gehen hier leer aus. Denn wenn eine Veranstaltungnun ausfällt, etwa ein Konzert, wird zwar der Veranstalter entschädigt. Nichtberücksichtigt sind allerdings Menschen, die beispielsweise die Bühne liefern und aufbauen, das Licht und die Tonanlage installieren und steuern. Der Veranstaltungsausfall ist für sie genauso ruinierend, wie für den Hauptorganisator. Sie werdenim aktuellen Sonderprogramm im Stich gelassen.

Realitäten nicht berücksichtigt

Weiterhin erschütternd ist, dass noch immer Betriebe mit mehr als 249 Mitarbeitern nicht vom Programm berücksichtigt sind. Der vorgesehene Bezugszeitraum für die Berechnung der Entschädigung ist mit einem Monat, nämlich dem November 2019, an den Realitäten der Veranstaltungswirtschaft vorbeigeplant. Nötig ist es, mindestens den Quartalsdurchschnitt zugrunde zu legen.

Völliges aus für Veranstaltungen

Es ist leider davon auszugehen, dass alle Veranstaltungen mit dem 2. November zum völligen Stillstand kommen. Zwar sind theoretisch kleinste Tagungen zu nichtprivaten Zwecken denkbar. Doch diese werden nicht stattfinden. Einerseits sind Menschen aktuell kaum mehr bereit, öffentliche Anlässezu besuchen. Zweitens sind Kleinstformate mit den derzeitigen Beschränkungen und Vorgaben nicht kostendeckend produzierbar. Deshalb muss das Sonderprogramm ausgeweitet werden auf alle ausfallenden Veranstaltungsarten.

Soloselbständige schützen

Abschließend ist es zwingend erforderlich, dass Entschädigungszahlungen im Rahmen des aktuellen Sonderprogramms bei Soloselbständigen und Einzelunternehmen nicht von der Grundsicherung abgezogen werden. Alarmstufe Rot ruft die Regierung dringend zur Nachschärfung der aktuellen Beschlüsse auf, sodass mit dem Lockdown ab nächsten Montag nicht das massive Sterben der vergessenen Unternehmen einsetzen wird. Unter dem Motto Alster in Flammen protestierten am Jungfernstieg in Hamburg am 30.10. über 1.000 Menschen für dringend nötige Überlebenshilfen für die Veranstaltungsbranche. Hierbei kooperierten die Bündnisse #AlsterInFlammen und #AlarmstufeRot.

Auf der Kundgebungsbühne an der Binnenalster machten Vertreter des facettenreichen, notleidenden Wirtschaftszweigs auf die verzweifelte Lage aufmerksam. Zu ihnen zählten Dirk Wöhler und Christian Seidenstücker von der grenzüberschreitenden Initiative #AlarmstufeRot, Silva Gonzalez von der Musikband Hot Banditoz, Sascha Belli vom Schaustellerverband Hamburg und Kevin Kratzsch vom niedersächsische Pendant, Lydia Lefeldt von der Mahnwache für den Kiez, die ab dem 2. November eine 24h-Protestaktion auf dem Hamburger Spielbudenplatz organisiert. Mit Livemusik machte Singersongwriterin Lara Hulo auf die präkere Wirtschaftssituation von Künstlern aufmerksam. Der brennende Protest, der auch das Motto der Kundgebung prägte, wurde versinnbildlicht durch eine Lasershow und ein Feuerwerk an der Binnenalster durchgeführt und gespendet von Krause Feuerwerke. Über 1.000 Teilnehmer schlossen sich dem verzweifelten Hilferuf der Hamburger Menschen in der Veranstaltungswirtschaft an. Wie immer bei Protesten der Eventbranche in den letzten Monaten, wurden auch heute die Abstands- und Hygieneregeln von allen Kundgebungsteilnehmern vorbildlich eingehalten.

Demo reagiert auf lückenhafte Bundesförderung

Unmittelbar vor dem Protest in Hamburg hatte der Deutsche Bundestag zur pandemiebedingten Lage in der deutschen Veranstaltungswirtschaft debattiert. Auch wenn die Regierung ein Sonderprogramm für den November Lockdown aufgesetzt hat, ist dies kein Grund zur Freude für die Menschen in der deutschen Veranstaltungswirtschaft. Massen an Soloselbstständigen, Einzelunternehmern und mittelständischen Unternehmen gehen bei diesem Förderprogramm erneut leer aus. Denn wenn eine Veranstaltung nun ausfällt, wird zwar der Veranstalter vom Bund entschädigt. Nicht berücksichtigt sind allerdings Menschen, die beispielsweise die Bühne liefern und aufbauen, das Licht und die Tonanlage installieren und steuern. Hiergegen und gegen weitere Schwachstellen in den tagesaktuellen Hilfen der Regierung erhoben die Redner von #AlarmstufeRot ihre Stimme.

Weitere Infos unter www.alarmstuferot.org


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