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Zecken am Untermain: Auch unsere Region gehört zum Risikogebiet

Die Zecke ist ein weltweit verbreiteter Parasit welcher sich von Blut ernährt und dabei zahlreiche Krankheitserreger wie FSME oder Borreliose überträgt. Dabei sind bis heute über 900 verschiedene Zeckenarten bekannt. Der Parasit existiert bereits seit 350 Millionen Jahren. Die in Deutschland am häufigsten vorkommende Art ist der "Gemeine Holzbock".


Auch unsere Region am Untermain gehört laut Analyse des Robert Koch-Instituts zum Risikogebiet

Zecken gehören zur Klasse der Spinnentiere. Das erkannt man beispielsweise an den acht Beinen von ausgewachsenen Tieren. Durch ihren Körperbau und ihr Verhalten kann sich die Zecke hervorragend an ihre Umwelt anpassen. In der Regel hängen Zecken bis zu 15 Tage an ihrem Wirt und saugen sich während dieser Zeit mit dessen Blut voll. Während dieser Zeit kann die Zecke bis zu 200 mal so viel wiegen als im Normalzustand. Bei Menschen setzen sich Zecken gerne vor allem im Bauch- und Brustbereich, den Kniekehlen, am Hals und Kopf sowie im Genitalbereich ab.

Wieso sind sie so gefährlich?

Wenn die Zwecke mit Krankheitserregern infiziert ist kann auch in Deutschland ein normaler Zeckenbiss für den Menschen gefährlich werden. Die Krankheitserreger aus den Speicheldrüsen oder dem Darm gelangen über den Stechapparat in unseren Körper. Die Infektion mit den Borreliose-Bakterien dauert demnach bis zu 24 Stunden. Die Übertragung von FSME-Viren hingegen beginnt direkt nach dem Biss, da sich das Virus in den Speicheldrüsen der Zecke befindet.

Hat die Zecke zunächst einmal Blut gesaugt, haben Untersuchungen ergeben, dass sie bis zu 10 Jahre ohne zusätzliche Nahrungsaufnahme überleben kann! In der freien Natur kann die Zecke im Durchschnitt 3 bis 5 Jahre überleben. Männliche Zecken leben bis nach der Begattung, Weibchen sterben nach der Eiablage.

So schnell wie möglich entfernen

Wenn Sie eine Zecken an sich entdecken, sollte diese umgehend langsam aus der Haut gezogen werden. Wichtig dabei ist, dass die Zecke in jedem Fall hautnah gegriffen wird, um eine Quetschung der Zecke zu vermeiden. Anderenfalls können weitere gefährliche Flüssigkeiten in die Bisswunde gelangen. Auf keinen Fall sollten Sie vorher diverse Dinge wie Butter oder Öl verwenden, da diese in der Regel mehr schaden anrichten als sie nutzen. Die Wunde sollte nach dem Entfernen der Zecke desinfiziert werden, um weitere Infektionen zu verhindern.

Vorsorge

Menschen die sich viel im Freien aufhalten sollten darauf achten, dass sie beispielsweise möglichst viel Haut mit Kleidungsstücken verdecken. Helle Kleidung macht die dunklen Tiere besser sichtbar, sodass sie schon vor einem eventuellen Biss entfernt werden können. Dabei lauern die Zecken nicht nur im Wald, sondern auch in Gärten und Parks. Diverse Präparate können auf die Haut oder die Kleidung aufgesprüht werden und sollen die Schädlinge auf Abstand halten. Zudem kann eine Impfung dazu beitragen, eine Infektion mit FSME-Viren nach einem Zeckenbiss zu reduzieren.

Das FSME-Virus

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine Krankheit, die bei betroffenen Patienten zu einer Entzündung der Hirnhaut, des Gehirns und/oder des Rückenmarks führen und tödlich enden kann. Die Krankheit ist ursächlich nicht behandelbar. Ärzte können nur die Beschwerden wie Fieber oder Schmerzen lindern. Nach einer FSME-Virusinfektion können Langzeitschäden wie Schluckbeschwerden oder Lähmungserscheinungen zurück bleiben.

Borreliose

Die Symptome können sich bei dieser Krankheit von Mensch zu Mensch sehr unterscheiden. Daher ist es schwierig, eine Borreliose zu diagnostizieren. Mögliche Anzeichen im Frühstadium sind Abgeschlagenheit, Fieber oder Kopfschmerzen. Im Verlauf der Krankheit können verschiedene Krankheitszeichen über von starken Schmerzen über Herzprobleme bis hin zu einer Hirnhautentzündung auftreten. Häufig ist auch eine Gesichtslähmung möglich. Als Spätfolgen der Borreliose treten oftmals Gelenkentzündungen auf. Da Borreliose eine bakterielle Erkrankung ist, lässt sie sich im Frühstadium standardmäßig mit Antibiotika behandeln. Für Borreliose gibt es derzeit noch keine Impfung.


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