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Die Einhardsbasilika in Seligenstadt

Die Einhardbasilika ist ein Baudenkmal europäischen Ranges. Zudem ist sie die einzige karolingische Kirche nördlich der Alpen, in der bis heute liturgische Gottesdienste gefeiert werden.
Kleine Gassen, malerische Winkel, farbenprächtige Fachwerkhäuser und eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten aus verschiedenen Epochen dokumentieren die 1900-jährige Stadtgeschichte Seligenstadts. Mitten im Geschehen steht stoisch das Wahrzeichen der Stadt: Die Einhardsbasilika. Untrennbar mit Seligenstadt verbunden ist die Basilika ein Baudenkmal europäischen Ranges. Zudem ist sie die einzige karolingische Kirche nördlich der Alpen, in der bis heute liturgische Gottesdienste gefeiert werden.

Zur Entstehungsgeschichte einer heil- und trostbringenden Stätte

Wie die Überlieferung berichtet, wurden der Priester Marcellinus und der Exorzist Petrus während der Christenverfolgung um 304 nach Christus auf Grund ihrer Missionstätigkeit bei Rom hingerichtet. Ihre Gebeine wurden von Einhard, einem engen Vertrauten Karls des Großen, im Januar 828 nach Seligenstadt gebracht. Um 830 begann Einhard mit dem Bau der karolingischen Pfeilerbasilika, welche er über der Grabstätte beider Märtyrer errichtete. Die Gläubigen, die zu dieser Kultstätte pilgerten, vergaben der Ortschaft ihren neuen Namen „Saligunstadt“: Die heil- und trostbringende Stätte. Heute entspricht das Gotteshaus in vielen Details selbstverständlich nicht mehr dem ursprünglichen Bauwerk. Viele große Erweiterungen erfolgten Mitte des 13. Jahrhunderts: 1253 schuf man aus liturgischen Gründen einen neuen Chor, dessen Neubau die alte Krypta zum Opfer fiel. 1296 wurde zu Ehren von Marcellinus und Petrus die Hauptglocke gegossen, welche noch heute jeden Sonntag erklingt. 1690 sah sich Abt Franciscus I. Hofmann auf Grund der Schäden nach dem Dreißigjährigen Krieg gezwungen, das Kloster und die Kirche komplett zu renovieren. Abgesehen von kleineren, partiellen Verbesserungen, wurden im Innenraum der Basilika erst 300 Jahre später um 1982 aufwendige Instandsetzungsarbeiten im Innenraum vorgenommen. In diesem Zustand präsentiert sich die Basilika den heutigen Kirchengängern.

Die Ehrung durch Papst Pius XI.

Seit dem Jahr 1925 trägt die Seligenstädter Basilika den Ehrentitel „Basilica minor“, welcher vom Papst bedeutenden Kirchen unabhängig von ihrem Baustil zuteilt. Eine „Basilica minor“ erkennt man am Papstwappen des regierenden Papstes über dem Eingangsportal. Die Verleihung des Ehrentitels „Basilica minor“ stärkt die Bindung der Kirche an den Bischof von Rom und hebt die Bedeutung dieser Kirche für das Umland besonders hervor. Deutschlandweit tragen nur 72 Kirchen diesen Titel.

Das Jubiläumsjahr 2012: 200 Jahre Basilika als Pfarrkirche

Am Pfingstfest des Jahre 1812 wurde die Seligenstädter Basilika, die zuvor jahrhundertelang Abteikirche des Benediktinerklosters Seligenstadt war, vom Großherzog von Hessen der Pfarrei als Pfarrkirche übereignet. Seligenstadt feiert dieses Jubiläum mit umfangreichen Festwochen vom 17. Mai bis zum 7. Juni. Ein Filmabend mit den Kurzfilmen „Ein Engel stieg herab“ und „Ein Pfarrer steigt aufs Rad“ ist angekündigt. Des Weiteren erwarten die Besucher gemütliche Feste, interessante Vorträge über die Geschichte des Christentums in Seligenstadt, sowie das traditionelle Pfarrfest am 02.Juni 2012, welches ein Ausdruck von Zusammengehörigkeit und Heimatverbundenheit ist. (km)


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