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Häufige Erkrankungen der Niere und Harnwege

Nieren und Harnwege bilden ein komplexes Organsystem, das permanent Schwerstarbeit leistet und eine Vielzahl an Aufgaben erfüllt. Täglich fließen ca. 1.800 Liter Blut durch die Nieren und werden über ein sehr feines Filtersystem gereinigt, das heißt, die im Körper durch den Stoffwechsel anfallenden "giftigen" überflüssigen Stoffe werden herausgefiltert. Diese werden dann mit dem Harn ausgeschieden. Der pH-Wert im Körper wird also durch die Nieren konstant in seinen engen Grenzen gehalten, indem der Salz-Wasser-Haushalt gesteuert wird. Eine funktionelle, lebenswichtige Einheit also. Was aber, wenn dieses System „kränkelt“?

Brennen beim Wasserlassen? Häufiger Harndrang? Oder Blut im Urin? Diese Symptome können Anzeichen einer Erkrankung der Nieren und Harnwege sein und müssen abgeklärt und behandelt werden. Glücklicherweise sind schwere Erkrankungen der Nieren wie das akute Nierenversagen oder die chronische Niereninsuffizienz relativ selten.

Blasenentzündungen hingegen kommen häufig vor, vor allem bei Frauen, sie gehören zur Gruppe der Harnwegsinfekte. Typische Anzeichen einer Blasenentzündung sind Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang mit geringen Mengen an Urin, zudem Trübfärbung des Urins und eventuell ein übelriechender Ausfluss. Mit der richtigen antibiotischen Behandlung ist die durch Bakterien hervorgerufene Entzündung der Harnblase in den meisten Fällen von kurzer Dauer.

Leichte Blasenentzündungen heilen glücklicherweise oft spontan aus oder können durch eine verstärkte Trinkmenge „ausgeschwemmt“ werden.

Bei schweren Blasenentzündungen reagiert der Körper mit Fieber, Schüttelfrost und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Steigen die Erreger von der Blase über den Harnleiter bis in die Nierenregion auf, kann sich eine schmerzhafte Nierenbeckenentzündung entwickeln. Diese äußert sich durch starke Flankenschmerzen mit einer Verkrampfung der Rückenmuskulatur, nicht selten durch Blut im Urin. Hier ist schnelle ärztliche Abklärung und Therapie erforderlich.

Ebenfalls antibiotisch behandelt werden muss die Urethritis: hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Harnröhrenschleimhaut, meist verursacht durch Bakterien, die vom Enddarm in die Harnröhre gelangen oder beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden. Betroffene PatientInnen klagen über Brennen beim Wasserlassen und Harndrang. Ausfluss aus der geröteten, juckenden Harnröhrenöffnung ist eine häufige Begleiterscheinung. Die genaue Art und Dauer der Urethritis-Behandlung richtet sich, wie bei der Blasenentzündung, nach der Schwere der Erkrankung.

Nicht immer, wenn es „tröpfelt“, steckt gleich etwas Ernstes dahinter, denn Harninkontinenz, im Volksmund auch Blasenschwäche genannt, betrifft viele Menschen unterschiedlichen Alters. Ebenso wie die unterschiedlichen Erscheinungsformen sind auch die Ursachen für Blasenschwäche zahlreich. Diese können sein: Nebenwirkungen von bestimmten Medikamenten, Nervenschäden, nachlassende Muskelspannung im Beckenboden oder psychische Gründe wie Stress. Dem entsprechend gibt es auch viele verschiedene Therapieansätze, die lästige Tröpfelei zu lindern oder ganz in den Griff zu bekommen.

Klagt ein(e) PatientIn über ständigen Harndrang und unwillkürlichen Urinverlust, während beim tatsächlichen Toilettengang nur wenige Tropfen abgehen, liegt höchstwahrscheinlich eine Reizblase vor. Wird hierfür keine krankhafte Ursache gefunden, besteht kein Grund zur Sorge. Helfen können Beckenbodentraining, Gewichtsreduktion, Medikamente, oder in schweren Fällen, eine Operation.

Lagern sich Bestandteile des Urins in den Nieren ab, bilden sich Nierensteine. Routinemäßig werden sie meist nicht erkannt, da sie „stumm“ sind, also keine Beschwerden machen. Kleine Steine werden meist unbemerkt mit dem Urin ausgeschieden. Die Wanderung größerer Steine aber in die ableitenden Harnwege, rufen krampfartige, ausstrahlende Schmerzen (Nierenkoliken) hervor, oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen.

Nierensteine können auf unterschiedliche Art und Weise behandelt werden, z. B. mit Stoßwellen. Eine ausgewogene, fettarme Ernährung beugt der Bildung von Nierensteinen vor. In der Harnblase können sich auch Tumoren bilden. Tatsächlich erkranken in Deutschland rund 30.000 Menschen jährlich an Blasenkrebs, die Diagnose wird oft erst in einem späten Stadium gestellt, da sich Blasentumoren lange Zeit kaum bemerkbar machen und die Symptome denen einer Blasenentzündung gleichen können.

Wird Blasenkrebs in einem frühen Stadium entdeckt, sind die Heilungschancen meist gut. Gerade deshalb sollte man bei bestimmten Symptomen wie z. B. Blut im Urin aber frühzeitig zum Arzt gehen, um die Diagnose Blasenkrebs ausschließen zu können.

Wird dennoch die Diagnose Blasenkrebs gestellt, werden weitere Untersuchungen nötig und der behandelnde Arzt wird gemeinsam mit dem Patienten die für ihn optimale Behandlung abstimmen. Um zu vermeiden, dass es Ihnen „an die Nieren geht“, also um generell Erkrankungen der Nieren und Harnwege vorzubeugen, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr der Goldstandard. Die tägliche Trinkmenge eines Erwachsenen sollte 2 Liter keinesfalls unterschreiten. Ausreichende körperliche Bewegung, gesunde Ernährung sowie sorgfältige Toiletten- und Intimhygiene tragen ebenso zur Nieren- und Blasengesundheit bei wie das Tragen von Naturfaser-Wäsche und das Vermeiden von Unterkühlung jeglicher Art, vor allem durch nasse Badekleidung.

Mit diesem gesunden Lebensstil, An- und Entspannung im Gleichgewicht schalten Sie so gut wie alle Risikofaktoren aus und erfüllen die besten Voraussetzungen für eine weiter bestehende Hochleistungskraft der Nieren und Harnwege.


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