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Das Essen der Zukunft: Fleisch aus dem Labor, Brot aus Algenpulver, Quallenchips und Insekten-Pasta

Die Weltbevölkerung wächst: Jedes Jahr gibt es etwa 66 Millionen Erdbewohner mehr. Bis zum Jahr 2050 sollen etwa 10 Milliarden Menschen unseren Planeten bevölkern. Die Produktion von Nahrungsmitteln für die Weltbevölkerung stößt an ihre Grenzen - insbesondere vor dem Hintergrund von Klimawandel und knapper werdenden Ressourcen.

Um die Ernährung der Menschheit auch in Zukunft zu sichern, wächst das Interesse an alternativen nährstoffreichen Lebensmitteln, für deren Herstellung wenig Land, wenig Ressourcen und wenig Zeit benötigt werden. Vielversprechende Ernährungsalternativen sind Algen, Quallen, Insekten und In-Vitro-Fleisch - sie gelten als das Superfood der Zukunft.

Algen

Algen - in Asien schon seit langem ein beliebtes Nahrungsmittel - sind durch das Sushi längst auch in Europa auf dem Vormarsch. Algen liefern viel Protein und wichtige Nährstoffe wie Vitamin B 12 und Jod. Die Meerespflanze ist äußerst anspruchslos: Sie gedeiht zehn Mal schneller als andere Pflanzen und hält starke Temperaturschwankungen ebenso gut aus wie eine starke UV-Strahlung. Algen sind gut für die CO2-Bilanz und damit für das Klima: Algen wandeln im Vergleich zu anderen Nutzpflanzen die dreifache Menge CO2 in Sauerstoff um. Lebensmittel auf der Grundlage von Algenpulver stellt zum Beispiel das portugiesische Unternehmen Allmicroalgae her: Dort werden unter anderem Kekse, Snacks, Brote und Aufstriche auf Algenbasis produziert.

Quallen

Im westlichen Raum bislang weniger akzeptiert sind Quallen - aus Sicht von Zukunftsforschern ein weiterer Hoffnungsträger für die Ernährung der Zukunft. Quallen schmecken ähnlich wie Austern und eignen sich für verschiedene Zubereitungsarten. Sie enthalten viel Protein, gesunde Fette und Mineralstoffe wie Natrium und Kalzium. Quallen sind trotz und gerade wegen des Klimawandels im Vorteil: Sie sind anspruchslos und kommen auch in den wärmer werdenden Meeren mit sinkendem Sauerstoffgehalt zurecht, während ihre Gegenspieler in den geschädigten Ökosystemen vom Aussterben bedroht sind. Abgesehen von ihrem schlechten Ruf als wabbeliges und glitschiges Meerestier, haben die Quallen auch ein faktisches Problem: Sie enthalten Gift und können Vergiftungen hervorrufen, wenn sie nicht sachgerecht verarbeitet werden. Produkte wie Quallenchips tragen dazu bei, die Skepsis gegenüber Quallen als Nehrungsmittel abzubauen: Die hauchdünnen knusprigen Chips erinnern nämlich kein bisschen an das glibbrige Meerestier.

Insekten

Insekten sind in vielen Regionen der Erde Bestandteil der Ernährung - zum Beispiel in Teilen Asiens, Afrikas, Nord-, Mittel- und Südamerikas und bei den Ureinwohnern Australiens. Auch in Europa sind inzwischen manche Insektenarten als Lebensmittel zugelassen: Bislang sind das der Mehlwurm (die Larve des Mehlkäfers), die Wanderheuschrecke, die Hausgrille und der Buffalowurm (die Larve des Getreideschimmelkäfers). Als Nahrungsmittel der Zukunft sind Insekten interessant, weil sie reich sind an wichtigen Nährstoffen und mit einer guten Ökobilanz produziert werden können. Insekten sind hervorragende Proteinlieferanten: Sie enthalten deutlich mehr Eiweiß als Fleisch, Nüsse, Hülsenfrüchte oder Getreide. Insektenzucht erfordert wenig Aufwand und schont die Ressourcen: Die Tiere brauchen wenig Platz, vermehren sich rasant, brauchen wenig Nahrung und Wasser und produzieren keine Treibhausgase wie die Rinder. Die in der EU zugelassenen Insekten dürfen anderen Produkten wie zum Beispiel Brot, Nudeln, Proteinriegeln oder Fleischersatzprodukten zugesetzt werden. Die Produkte müssen dementsprechend gekennzeichnet sein - beruhigend für alle, denen der Gedanke, Insektenbestandteile zu essen, zuwider ist. Ganze Heuschrecken - geröstet oder frittiert - gelten auch in Europa unter Kennern als Delikatesse. In Schokolade getaucht werden Heuschrecken zum süßen Genuss.

In-vitro-Fleisch

In-Vitro-Fleisch wird im Labor hergestellt: Dafür werden einem lebenden Tier Stammzellen entnommen und diese zu Muskelfasern gezüchtet. Die USA und Singapur haben In-Vitro-Fleisch bereits zugelassen. Die Herstellung von In-Vitro-Fleisch braucht weniger Land, weniger Wasser und weniger Energie und verursacht weniger Treibhausgase als die herkömmliche Fleischgewinnung. Im Labor produziertes Fleisch dient auch dem Tierwohl. Momentan ist In-Vitro-Fleisch noch sehr teuer und kann daher herkömmliches Fleisch noch nicht ersetzen. Forscher erwarten hier aber eine Entwicklung hin zu einer günstigeren Produktion und sehen In-Vitro-Fleisch als eine Ernährungsalternative der Zukunft. Die Nahrung der Zukunft: nachhaltig und genussreich

Wer jetzt vielleicht mit Skepsis oder gar Abscheu den Zukunftsperspektiven in Sachen Ernährung entgegenblickt, kann beruhigt sein: Nahrungsmittelhersteller werden auch bei den neuen Zutaten extrem darauf achten, dass die Lebensmittel lecker schmecken. Denn nur dann werden innovative Nahrungsmittel akzeptiert und weit verbreitet konsumiert werden. Nachhaltigkeit und Essensgenuss werden kein Widerspruch sein.


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