Faschingsumzüge in unserer Region 2026
Ab Mitte Januar verwandelt sich unsere Region am Untermain jedes Jahr in ein buntes Band aus Farben, Musik und guter Laune. Kaum eine andere Jahreszeit steht so sehr für Ausgelassenheit, Zusammenhalt und Lebensfreude wie der Fasching. Die Wochen zwischen Mitte Januar und dem 17. Februar 2026 versprechen wieder ein Kaleidoskop aus närrischen Umzügen, festlichen Abenden und unverwechselbaren Traditionen.
Seit Jahrhunderten gehört der Fasching am Untermain fest zum kulturellen Herzschlag der Region. Schon lange bevor moderne Karnevalsgesellschaften entstanden, feierten die Menschen in Dörfern und Städten diese Zeit des Aufatmens nach den dunklen Monaten. Die alten Traditionen sind bis heute lebendig geblieben, doch sie haben sich mit dem Tempo der Gegenwart weiterentwickelt. Aus kleinen Dorffesten wurden weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannte Spektakel, deren Organisation oft das ganze Jahr über in liebevoller Handarbeit vorbereitet wird.
Wer den Fasching liebt, findet zwischen Frankfurt und Würzburg eine unvergleichliche Vielfalt an Veranstaltungen. Jede Stadt bringt ihre eigene Prägung und Geschichte ein – von altehrwürdigen Bräuchen über lokale Besonderheiten bis zu modernen, fantasievollen Paradezügen. Dabei vereinen sich Musik- und Tanzgruppen, Gardeformationen, Wägen und Fußgruppen zu einem farbenprächtigen Schauspiel, das Zuschauerinnen und Zuschauer jährlich aufs Neue begeistert.

Farbenfrohe Karnevalsmasken und aufwendige Kostüme erwecken die lebendige Tradition des Karnevals zum Leben – ein Fest der Kreativität und der Freude.
Seligenstadt - zwischen Fastnachtstradition und Mainromantik
Seligenstadt gilt als eine Hochburg der Fastnacht am hessischen Untermain. Die Stadt, deren Wurzeln bis in die Römerzeit reichen, verbindet eine historische Kulisse mit vitalem Brauchtum. Seit über 100 Jahren prägt der große Rosenmontagszug das Stadtbild und zieht jährlich Zehntausende Besucher in die engen Gassen rund um Marktplatz und Basilika.
Der Zug, organisiert vom Karnevalverein „Seligenstädter Fastnachts-Freunde“, zählt zu den ältesten und traditionsreichsten in Hessen. Rund 80 Zugnummern, darunter aufwendig gestaltete Motivwagen, musikalische Blaskapellen, Tanzmariechen und Fußgruppen, verwandeln die Altstadt in ein Meer aus Farben. Typisch für Seligenstadt sind die satirischen Themenwagen, die mit feinem Humor, lokale und politische Ereignisse des vergangenen Jahres aufgreifen.
Vor dem Umzug öffnen die Gastronomiebetriebe entlang der Strecke schon früh am Vormittag ihre Türen. Die Besucher können hier die warme Atmosphäre genießen, bevor die ersten Trommeln und Fanfarenzüge einsetzen. Besonders beliebt ist außerdem der Kinderfaschingszug am Faschingssonntag, an dem Familien und Schulen aus der Umgebung teilnehmen. Er verleiht dem närrischen Treiben in Seligenstadt eine familiäre Note, die den Charakter der Stadt widerspiegelt: traditionsbewusst, humorvoll und herzlich.
Aschaffenburg - glanzvolle Paraden und schwungvolle Bälle
In Aschaffenburg, dem kulturellen Zentrum der Region, erreicht das närrische Treiben seinen Höhepunkt mit dem großen „Faschingszug am Sonntag“. Kaum eine Stadt in Unterfranken versteht es, Tradition und Moderne so harmonisch zu verbinden wie Aschaffenburg. Die Altstadt wird an diesem Tag zum Schauplatz eines Spektakels, das sich durch Straßen und Gassen schlängelt.
Trotz der Absage des Umzugs im Jahr 2025, laufen die Vorbereitungen für den Umzug 2026 auf Hochtouren. Mehr als 50 Gruppen nehmen jährlich am Zug teil. Von klassischer Marschmusik über Samba bis hin zu Poprhythmen – die musikalische Vielfalt verleiht dem Umzug ein internationales Flair. Besonders beliebt sind die Tanz- und Gardeeinlagen der Aschaffenburger Karnevalsgesellschaften, die mit präzisen Choreografien und kunstvollen Kostümen Akzente setzen.
Abends laden zahlreiche Vereine zu ihren Bällen ein, darunter beispielsweise der traditionsreiche „Närrische Schlossball“, der oftmals in den Sälen des Schlosses Johannisburg stattfindet. Diese Veranstaltung zählt zu den elegantesten Momenten der Aschaffenburger Faschingssaison. Wer das Närrische in stilvoller Umgebung erleben möchte, findet hier den passenden Rahmen. Interessant ist auch der historische Bezug, denn schon im 19. Jahrhundert organisierten Aschaffenburger Bürger Festumzüge, die dem heutigen Straßenkarneval den Weg bereiteten.
Eine Besonderheit bildet der Aschaffenburger Kinderfasching. Hier regieren die Kleinsten, begleitet von Clowns, Masken und Märchenfiguren. So bekommt der Aschaffenburger Fasching seine unverwechselbare Mischung aus Kunst, Tradition und feiner Lebensfreude.
Hanau - zwischen Brüder-Grimm-Stadt und buntem Treiben
In Hanau, der Geburtsstadt der Gebrüder Grimm, trägt der Fasching stets einen Hauch von Märchen und Phantasie. Der „große Umzug am Rosenmontag“ gilt als eines der wichtigsten Ereignisse des Main-Kinzig-Kreises. Organisiert von den Hanauer Karnevalsvereinen, zieht er jährlich rund 80 Zugnummern und tausende von Besuchern an.
Besonders prägend sind hier die thematischen Wagen mit Figuren aus Märchen, Literatur und Stadtgeschichte. Kinder jubeln, wenn Schneewittchen, Hänsel und Gretel oder Rotkäppchen in lebensgroßer Gestalt an ihnen vorbeiziehen. Gleichzeitig mischen sich klassische Motivwagen mit politischen Themen und humorvollen Anspielungen auf den Alltag.
Die Zugstrecke führt oftmals von der Frankfurter Straße, vorbei an der Post in Richtung Freiheitsplatz. Dort herrscht während des gesamten Festes eine ausgelassene, aber familiäre Stimmung. Viele Hanauer Familien verfolgen den Zug seit Generationen von denselben Plätzen aus. Neben dem Straßenkarneval bietet Hanau auch eine Reihe von Sitzungen und Kostümfesten, wie etwa die Veranstaltungen der Hanauer Karnevalsgesellschaft.
Ein toller Geheimtipp ist der närrische Nachtumzug, der am Samstagabend vor Rosenmontag durch den Stadtteil Mittelbuchen zieht. Beleuchtete Wagen, Musikgruppen und tausende Lichter tauchen die Straßen in ein spektakuläres Lichtspiel. Die Kombination aus Tradition, Märchenmotiven und moderner Inszenierung macht Hanau zu einem besonderen Erlebnis für Faschingsfreunde.
Frankfurt - Metropole mit Narrenkappe
Als größte Stadt der Region zeigt Frankfurt, dass Fasching auch im urbanen Umfeld fest verankert ist. Der traditionelle „Frankfurter Fastnachtszug“ am Sonntag vor Rosenmontag zählt mit rund 90 Zugnummern zu den größten Hessens.
Frankfurt vereint unterschiedlichste Einflüsse, angefangen bei den Vereinsgruppen aus den Stadtteilen über Karnevalisten aus Rheinland-Pfalz bis hin zu verschiedenen internationalen Gruppen. Das macht den Zug zu einem Spiegelbild der weltoffenen Stadt. Viele Besucher schätzen besonders die fröhliche Atmosphäre entlang der Straßen, wo Familien, Studierende und Urgesteine gleichermaßen feiern.
Neben dem großen Umzug ist der Römerberg der zentrale Treffpunkt für alle Karnevalisten. Dort findet jedes Jahr die traditionelle Proklamation des Prinzenpaares statt, begleitet von Gardetänzen und Musikauftritten. Eine klare Besonderheit Frankfurts ist der Spagat zwischen Großstadttrubel und Vereinswesen. Trotz Internationalität behält der Frankfurter Karneval seinen bodenständigen, hessischen Charme.
Auch die Bälle im Gesellschaftshaus Palmengarten oder im Haus der Chöre zählen zu den festen Größen der Saison. Besonders beliebt ist die Verbindung von musikalischem Bühnenprogramm, Ballkultur und einem respektvollen Umgang mit Tradition. Frankfurt zeigt, dass die närrische Zeit selbst in einer Metropole nichts von ihrer Herzlichkeit verliert.
Würzburg - fränkischer Humor mit barocker Kulisse
In Würzburg endet die närrische Reise durch den Untermain auf einem Höhepunkt. Auch die Stadt zwischen Main und Festung Marienberg blickt auf eine lange Faschingstradition, die fest im fränkischen Brauchtum verwurzelt ist. Der Würzburger Faschingszug, organisiert von der Gemeinschaft „Würzburger Faschingsfreunde (WüFäF)“, findet traditionell am Faschingssonntag statt und zieht Zehntausende Besucher aus ganz Unterfranken und darüber hinaus an.
Der Umzug startet traditionell am Faschingssonntag in der Semmelstraße (Hauger Viertel) und zieht sich dann Richtung Innenstadt. Besonders auffällig sind die kunstvoll gestalteten Motivwagen, die aktuelle politische Themen mit regionalem Humor verbinden. Der fränkische Dialekt und die herzliche Art der Würzburger verleihen dem Ereignis seine Authentizität.
Neben dem großen Umzug bietet die Stadt eine Reihe stimmungsvoller Veranstaltungen: Der Schäfflertanz auf dem Marktplatz erinnert an historische Zünfte, während die „Närrische Weinprobe“ im Weingut Juliusspital regionale Kultur und Fasching verbindet. Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Vereinsbälle, etwa die Prunksitzung der „KaGeWü“ (Karnevalsgesellschaft Würzburg), die zu den Highlight-Terminen des Winters zählt.
Besucher erleben hier eine faszinierende Mischung aus barocker Kulisse, musikalischem Frohsinn und echter fränkischer Lebensfreude. Kaum eine andere Stadt versteht es, Tradition, Genuss und Humor so lebendig miteinander zu vereinen.
Ein bunter Faden der Gemeinschaft
Von Seligenstadt bis Würzburg, vom Mainviereck bis ins Hanauer Land: Die Region am Untermain zeigt im Fasching, wie eng Geschichte, Kultur und Geselligkeit miteinander verbunden sind. Jede Stadt bringt eigene Akzente ein – mal traditionsbewusst, mal modern, immer aber herzlich.
Ob die historische Altstadt von Seligenstadt, der Familiencharakter Alzenaus, die kulturelle Strahlkraft Aschaffenburgs, die Märchenhaftigkeit Hanaus, die urbane Vielfalt Frankfurts oder die barocke Würzburger Lebenslust - überall spürt man die gleiche Freude am Feiern.
Der Zeitraum zwischen dem 15. Januar und dem 17. Februar 2026 wird erneut beweisen, dass Fasching am Untermain mehr ist als eine Jahreszeit. Es ist ein Gefühl von Zusammenhalt, Heimat und Lebensfreude, das Menschen über Grenzen hinweg verbindet. Wer in diesen bunten Wochen die Region besucht, erlebt nicht nur farbenfrohe Umzüge, sondern gelebte Kultur, und spürt den Geist einer Gemeinschaft, der seit Generationen jedes Jahr neu erstrahlt.
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