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FSV Teutonia Obernau 1912 e. V. - Ein Fußballverein, der zu Obernau gehört

Als sich im August 1912 einige junge Männer zusammentaten, um in Obernau einen Fußballverein zu gründen, war das kein Start unter idealen Bedingungen. Einen richtigen Sportplatz gab es nicht. Gespielt wurde auf den Mainwiesen, und auch das nur in den Herbst- und Wintermonaten. Nach jeder Partie mussten die Torlatten wieder entfernt werden. Vieles war provisorisch, manches mühsam, doch die Freude am Spiel war größer als alle Umstände. Genau aus diesem schlichten Anfang heraus wuchs der FSV Teutonia Obernau 1912 e.V. – ein Club, der heute fest zum Ort gehört und dessen Geschichte eng mit der Entwicklung Obernaus verbunden ist.

Zu den Gründungsmitgliedern zählten Arnold Karl als erster Vorsitzender, Georg Fecher als zweiter Vorsitzender, Johann Oberle als Schriftführer und Alois Schmitt als Kassier. Hinzu kamen Peter Hößbacher, Adam Schmitt, Peter Wolfstädter, Jakob Fecher, August Gerlach, Leonard Fecher, Wilhelm Mergler, Josef Dorn, Leonard Giegerich und Adam Ostheimer. Kurz nach der Gründung ergänzte Peter Röhl als Ballwart die erste Vorstandschaft. Dann brach der Erste Weltkrieg aus und riss große Lücken in die Reihen der Obernauer Fußballer. Doch die Kriegsheimkehrer ließen sich nicht entmutigen. Schon bald sammelten sich wieder fußballbegeisterte Männer bei der Teutonia, weil sie merkten, dass hier etwas entstand, das für viele junge Menschen im Ort Bedeutung hatte.

Die längste Amtszeit als Vorstand hatte Wilhelm Hein von 1948 bis 1968. Ihm zu Ehren gab es lange Zeit das Wilhelm-Hein-Gedächtnis-Turnier, aus dem heraus Mitte der 90er Jahre der Brass-Cup entstanden ist. Dieses Turnier gibt es heute noch und die wenigsten wissen bestimmt, dass die Basis dafür bei der Teutonia gelegt wurde.


1. Mannschaft von 1962/63

Vom Mainufer zum Bollenwald – Der Weg zur eigenen Heimat

Eine wichtige Rolle spielte später Bernhard Kneisel, der den Verein über lange Zeit führte. Bereits 1919 stellte er bei der damals noch eigenständigen Gemeinde Obernau den Antrag, ein Gelände für den Bau eines Sportplatzes bereitzustellen. Trotzdem spielte sich das Vereinsleben zunächst weiter am Mainufer ab. Erst als es dort durch die Mainkanalisierung und den Bau der Schleuse ab 1926 immer enger wurde, kam Bewegung in die Sache. 1930 konnte nach viel Schweiß, harter Arbeit und zahlreichen freiwilligen Arbeitsstunden der erste Sportplatz am Bollenwald eingeweiht werden. Ein Sportheim gab es damals noch nicht. Das wurde erst 1969 fertiggestellt – nach siebenjähriger Bauzeit.

Auch danach entwickelte sich die Anlage Schritt für Schritt weiter. Anfang und Mitte der neunziger Jahre erhielt sie im Wesentlichen ihren heutigen Zuschnitt. Unter der Leitung von Nikolaus Balonier fiel diese Phase mit einem sportlichen Aufschwung zusammen. In diese Jahre gehört auch der erste Kunstrasenplatz Aschaffenburgs, der den Bollenwald zusätzlich prägte.

Sportliche Höhepunkte und besondere Geschichten

Wenn Sie auf die sportlichen Höhepunkte dieses Vereins blicken, stoßen Sie schnell auf einige besondere Kapitel. 1974 wurde Obernau Unterfränkischer Pokalsieger und zog nach einem 3:3 in einem der drei Bayernendspiele gegen den höherklassigen VfB Helmbrechts in die erste DFB-Pokal-Hauptrunde ein – und das als B-Klassen-Verein. Das allein war schon eine kleine Sensation. Fast wäre daraus eine noch größere Geschichte geworden, denn mit etwas Losglück hätte sogar der FC Bayern an den Bollenwald kommen können. Stattdessen ging die Reise nach Usingen, wo die Teutonia unglücklich ausschied. Gerade dieser Schluss macht die Episode so greifbar: groß, besonders, aber eben nicht geschniegelt erzählt. Ab Ende der 80er Jahre gab es eine erfolgreiche Damenmannschaft, welche 1997 bis in die Bezirksliga aufgestiegen ist. Mangels Spielerinnen musste dieses Kapitel 2002 aber leider wieder geschlossen werden.


1. / 2. Mannschaft

Ein zweiter großer Abschnitt begann 1993. Damals wurde die erste Mannschaft Meister der Bezirksoberliga Unterfranken und stieg in die damalige Landesliga auf, also in die vierte Spielklasse jener Zeit. Acht Jahre hielt sich Obernau auf diesem Niveau. Auch die Jugend schrieb eigene Geschichten. In der Saison 1991/92 spielte die A-Jugend in der Bayernliga und gewann dort zweimal gegen einen anderen Verein der Stadt: erst 4:1 vor 500 Zuschauern im Stadion am Schönbusch, dann 1:0 in der Rückrunde auf heimischem Waldboden am Bollenwald. Dazu kommen Spieler wie Günther Maier, Daniel und Beni Baier, José Holebas sowie Marco Aulbach, die in Obernau ausgebildet wurden und später den Sprung in den bezahlten Fußball schafften.

Der Verein heute – Gemeinschaft im Fokus

Heute zählt die Teutonia 435 Mitglieder, darunter 166 Jugendliche. Das ist beachtlich – gerade deshalb, weil der FSV bis heute ein reiner Fußballverein ist. Es gibt keine Vielzahl von Sparten, die nebeneinanderlaufen. Alles bündelt sich rund um den Ball, den Platz und das Drumherum. An der Spitze stehen mit Gabriele Meister als Erste Vorsitzende und Regine Ebert als Zweite Vorsitzende zwei Frauen. Auch das gehört inzwischen selbstverständlich zum Bild dieses Clubs, obwohl der Fußball vielerorts noch immer als Männerdomäne gilt.


U15

Wie der Alltag am Bollenwald aussieht, lässt sich besonders gut an einem ganz normalen Trainingstag ablesen. Im Verein erzählt man mit einem Augenzwinkern, dass der Letzte meist erst kurz nach Trainingsbeginn mit seiner Tasche angeschlappt kommt. Bei den jungen Kickern liegt das oft an den Eltern, bei den Erwachsenen bekommt man es dann einfach nicht mehr heraus. Entscheidend ist aber etwas anderes: Begrüßt wird ordentlich, trainiert wird intensiv und altersgerecht, und am Ende sagt man anständig Servus. Danach gehen viele zufrieden nach Hause. Einige bleiben noch ein wenig länger, meistens die Trainer, denn auch Austausch, Geselligkeit und ein paar zusätzliche Gespräche gehören dazu. Vor Spielen gibt es bei den Aktiven oft noch einen Clubabend mit der ganzen Truppe.

Nachwuchsarbeit, Ehrenamt und Vereinsleben

Besonders wichtig ist der Teutonia die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Der Anspruch lautet, junge Menschen ihrem Alter entsprechend sowohl fußballerisch als auch persönlich bestmöglich zu entwickeln. Das geschieht zum großen Teil ehrenamtlich. Nur so lassen sich die Beiträge in einem Breitensportverein trotz steigender Kosten für Spiel- und Trainingsbetrieb einigermaßen niedrig halten. Zugleich steckt darin eine klare Haltung: Man will niemanden verlieren. Jeder wird gebraucht, und auf Dauer funktioniert es nur gemeinsam. Positive Werte, Respekt und ein fairer Umgang sollen deshalb nicht bloß am Rande erwähnt, sondern im Alltag weitergegeben werden.


Jährliches Volleyball Fun Turnier im Juli

Auch außerhalb des eigentlichen Spielbetriebs ist am Bollenwald einiges los. Zum Jahreslauf gehören der Preisschafkopf am Dreikönigstag, ein Schlachttag Mitte Januar, ein Volleyball-Fun-Turnier im Juli, der Main-Echo Firmen Cup und eine Mini-WM für Jugendmannschaften Anfang September sowie die Ewwener Kerb am zweiten Oktoberwochenende. Dazu kommt gemeinsames Fußballschauen im Sportheim und immer wieder die eine oder andere spontane Aktion, wenn motivierte Mitglieder eine Idee haben. Man merkt schnell: Dieser Club organisiert nicht nur Spieltage, sondern auch Begegnungen.

Mehr als Fußball – Werte und Zusammenhalt

Was die Teutonia besonders macht, lässt sich weniger in Parolen als im Miteinander erkennen. Der Verein beschreibt sich selbst als bunt und lebt Integration, Gemeinschaft, Fairness und auch ein Stück Emanzipation. Der langjährige Trommler Manolo ist dafür ein schönes Beispiel: Mit seinem Handicap gehört er seit Jahrzehnten ganz selbstverständlich zur Teutonengemeinschaft. Am Bollenwald wird jeder mit offenen Armen aufgenommen. Voraussetzung dafür sind lediglich Anstand und Respekt. Vielleicht ist genau das der Kern dieses Fußballvereins. Schwarz und Blau stehen in Obernau nicht nur für Farben auf dem Trikot. Sie stehen für einen Ort, an dem Erinnerung, Ehrenamt, Nachwuchsarbeit und Zusammenhalt bis heute eng zusammengehören.


Informationen:

Gründungsjahr: 1912
Zahl der Mitglieder: 435
1. Vorstand: Gabriele Meister
2. Vorstand: Regine Ebert
Vereinsfarben: schwarz/blau
Adresse: Bollenwaldstraße 100, 63743 Aschaffenburg
Telefon: 0171-2340071
E-Mail: gabrielemeister9(at)gmail.de
Website: https://teutonia-obernau.de
Facebook: facebook.com/fsvteutonia
Instagram: @fsvteutoniaobernau
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